Wegweiser Presse

Dudelsack und Spanferkel

Jugendliche entlocken mittelalterlichen Instrumenten in Naundorf Töne

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Einen musikalischen Trip in die Zeit des Mittelalters unternahmen am Wochenende sieben junge Hobbymusiker im Kinder und Jugend(kultur)haus Naundorf.

Anlässlich eines Workshops studierten sie unter Anleitung der Werdauer Gruppe "Nachtwindheim" drei Stücke des ausgehenden 16. Jahrhunderts ein. "Für das, was in der kurzen Zeit möglich war, ist das Ergebnis wirklich sehr gut", lobte Andre Hunger, Mitglied der Werdauer Gruppe, seine Schüler. "Eigentlich müsste so ein Workshop über mehrere Tage gehen. Aber mit dem heutigen Programm ist zumindest erst einmal ein Anfang gemacht."

Die Aktion, bei der die Jugendlichen die Gelegenheit hatten, Laute, Drehleier, Flöte, Harfe, Schalmei und Dudelsack Töne zu entlocken, war durch die Kontakte zwischen dem Spielträume e. V. und den unter anderem auch auf der Burg Mildenstein auftretenden Künstlern entstanden. "Wir sind seit zwei Jahren bei den mittelalterlichen Projekttagen auf der Leisniger Burg mit dabei", erklärte Andreas Plambeck, der gemeinsam mit seinen beiden Mitstreitern von der Gruppe Nachtwindheim vor längerer Zeit sein Hobby zum Beruf machte. Auch er habe damals klein angefangen. "Wir haben uns vor 15, Jahren kennen gelernt. Damals spielten wir noch am Lagerfeuer. Unsere aller ersten Auftritte waren noch nicht so berauschend. Da hätten wir den Zuhörern eigentlich noch Geld geben müssen, damit sie kommen", scherzte Andreas Plambeck.

Obwohl die mittelalterlichen Instrumente bei den sieben Workshopteilnehmern am Wochenende viel Begeisterung hervorrief, konnte sich kaum jemand vorstellen, später einmal mit der Musik sein Geld zu verdienen. "Das ist hier wirklich alles sehr gut. Ich spiele selbst Gitarre und habe mich deshalb mehr auf die Zupfinstrumente beschränkt", erklärte Joachim Eulitz aus Kalthausen. "Aber beruflich möchte ich das nicht machen.." Auch für Philipp Pohle aus Marschwitz war der Workshop sein Geld wert: "Ich mache so etwas zum ersten Mal. Das ist schon ganz lustig", erklärte der Jugendliche, der sich in seiner Freizeit sonst eher auf die Gitarre beschränkt. Am Samstagabend konnten Philipp und die anderen "mittelalterlichen" Musiker ihr Können abschliessend auch vor Publikum unter Beweis stellen. Knapp 50 Zuhörer gönnten sich den von der Gruppe Nachtwindheim unterstützten Ohrenschmaus. Die letzten Fans der mittelalterlichen Musik machten sich erst um drei Uhr auf den Heimweg.

Auch mit der Speisekarte wagte der Verein Spielträume einen Sprung ins Mittelalter. Steffen Reinwardt und Sebastian Kunze bereiteten trotz Schneetreibens im Freien ein Spanferkel zu. "Die Reste", so Sylvia Eggert, Chefin des Vereins, "werden am kommenden Freitag anlässlich des Kochabends zu Gyros verarbeitet."


Presseartikel Nauendorf 2002